A. Allgemeiner Teil1. Begriffsbestimmung der funktionsanalytischen RöntgendiagnostikIm deutschen Schrifttum ist der Terminus der funktionellen Röntgendiagnostik der Wirbelsäule auf die Untersuchung der Bewegungsfunktion festgelegt (Einzelheiten hierzu im Abschnitt über die Geschichte zur Röntgenfunktionsdiagnostik S 29.
Natürlich ist die Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht ihre einzige Funktion, sondern eine neben der statischen und der Schutzfunktion. Bedauerlicherweise werden Bewegungsfunktion und Statik der Wirbelsäule im Schrifttum gerne irreführend als Dynamik und Statik einander gegenübergestellt. Dadurch wird die Vorstellung, daß die Bewegung die einzige röntgenologisch untersuchenswerte Funktion der Wirbelsäule sei, begünstigt. Dynamik, das heißt das Wirken von Kräften, begleitet jedoch jede Funktion der Wirbelsäule, die Bewegungs- ebenso wie die Haltungs- und Schutzfunktion. Wir unterscheiden drei dynamische Faktoren: - die Muskelkraft, - die Eigenspannung der Wirbelsäule, oder das intrinsic equilibrium als Ausdruck des diskoligamentären Spannungsausgleiches. Die drei Funktionen der Wirbelsäule lassen sich jeweils unter verschieden vorgegebener dynamischer Einwirkung, also bei bestimmten Bewegungen und ihren Haltungsphasen röntgenologisch untersuchen.
Ihre Störungsmechanismen werden sich erst unter dergestalt abgewandelten funktionsdynamischen Aspekten überhaupt entlarven lassen, wie wir dies unter anderem für die unterschiedliche Pathogenese des vertebragenen Kopfschmerzes oder für funktionelle Durchblutungsstörungen der Arteria vertebralis nachgewiesen haben (vgl. klinischer Teil).
Unter funktionsanalytischer Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule verstehen wir also die Untersuchung ihrer drei differenten Funktionen unter dem Einfluß der drei einwirkenden Kraftpotentiale.
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