Vorwort des HerausgebersIn einer Schriftenreihe zum Thema der funktionellen Pathologie und Klinik der Wirbelsäule darf die Anatomie nicht fehlen. Man mag einwenden, daß es genügend Lehrbücher der Anatomie gibt. Doch es sollte versucht werden, für den Bedarf der täglichen Praxis die normale Anatomie der Wirbelsäule unter funktionellem Aspekt und in der Röntgen-Projektion darzustellen, ohne viele Worte, mit ausreichendem Bildmaterial und dies zu einem erschwinglichen Preis. Ein handliches Nachschlagewerk zum täglichen Einüben, Einprägen und Erinnern ist so entstanden. Erstaunlich ist der umfassende Informationsgehalt, der von den Autoren auf knappem Räume angeboten wird. Die hier fast mit einem Blick zu gewinnende Synopsis von Knochengerüst, zugehörigen Weichteilen, aktiven und passiven funktionellen Strukturen in Situ, im Schema und im Röntgenbild wird, so hoffen wir, den Leser nicht nur fesseln, sondern auch zufriedenstellen und zeitlich nicht überfordern. Naturgemäß konnten pathologisch-anatomische Veränderungen nur knapp und nur in den wesentlichsten Aspekten berücksichtigt werden. Denn hier ist Spezialistentum und spezielle Literatur unverzichtbar. Die Autoren, Professor Gisel, Anatom in Wien, Dozent Dr. Wicke, Röntgenologe, und sein Co-Autor, Dr. Schmiedl, eben dort, haben sich der nicht leichten Aufgabe einer knappen und doch ausreichenden Aufarbeitung des umfassenden Stoffes unterzogen. Wir beglückwünschen sie zu dem hier vorgelegten gemeinsam erarbeiteten Ergebnis und dürfen an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen, auch vorwegnehmend im Namen all der Leser, die — davon sind wir überzeugt - von diesem Teamwork profitieren werden. Unser besonderer Dank gilt dem Gustav Fischer Verlag und seinem Chef, Herrn Bernd von Breitenbuch, für alle Hilfsbereitschaft und faire Kooperation und für die hervorragende Ausstattung auch dieses Buches. Bad Sassendorf, im Juli 1987 VorwortDas
Angebot, in dieser von Gottfried Gutmann geplanten Reihe eine "Funktionelle Anatomie
der Wirbelsäule im Röntgenbild" zu verfassen, nahm ich gern an. Als
Vertreter der Angewandten Anatomie, die in Wien traditionsreich (HYRTL, ZUCKERKANDL,
TANDLER, PERNKOPF u.a.) mit der Klinik kooperiert, fühlte ich mich für
das Vorhaben vor allem deswegen motiviert, weil ich der Mitautorschaft eines didaktisch
bewährten Experten der Röntgendiagnostik gewiß sein konnte. Selbstverständlich
ist WICKE für die eigentliche Thematik zuständig und ich wollte mich
mit einer morphologisch konzipierten Einleitung beschränken. Wiederholungen
im fortlaufenden Text, aber auch nomenklatorische Inkonsequenzen (Wechsel zwischen
anterior und ventral, posterior und dorsal...) sind nicht Flüchtigkeitsfehler,
sondern sie berücksichtigen die Definierungsalternativen der jetzigen Ärztegeneration. Ich
glaube verantworten zu können, wenn wir keinen Nachweis für spezielle
anatomische Literatur vorlegen. Für Interessierte sei auf das umfassende
Literaturverzeichnis (202 Titel!) in «Funktionelle Anatomie der Wirbelgelenke»
von REINHARD PUTZ (Thieme, Stuttgart-New York, 1981) hingewiesen; diese wohlfeile
Monographie gibt für jeden Vertebraltherapeuten wertvolle Informationen.
Dem Praktiker, der seine Anatomiekenntnisse ergänzen möchte, sei Band
I (Bewegungsapparat) des "RAUBER-KOPSCH", letzte Auflage (Thieme) empfohlen; dem
Autor GIAN TÖNDURY ist es gelungen, eine ausgezeichnete Anatomie der Wirbelsäule
vorzustellen. Anatomische Details werden auch von ROBERT ROAF in seinem Buch "Wirbelsäulendeformitäten"
für Diagnose und Therapie gut interpretiert (Enke, Stuttgart, 1983). ALFRED GISEL
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