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Manualtherapie
in der kinderärztlichen Spezialsprechstunde R. Theiler, Olten
(CH) Was bedeutet es für ein Kind, an einer KISS-Symptomatik zu leiden? Wir
sehen die Schon- bzw. Zwangshaltung im Sinne eines Schiefhalses, die Einschränkung
der Bewegungsmöglichkeiten besonders des Kopfes, in zunehmendem Maße
oft auch des Rumpfes. Mit Physiotherapie/ Krankengymnastik wird der sichtbaren
Haltungsasymmetrie entgegen gewirkt. Wir sehen nicht, was sich auf der sensorischen
Ebene abspielt. Wir hören bereits seit Jahrzehnten von Chiropraktikern,
daß die "blockierten Wirbel" oder Gelenke "Flüsse" behindern. Gerade
in der Bereich der Kopfgelenke existieren zahlreiche Rezeptoren des Vegetativums
und des Tiefen- sensoriums. Von PIAGET196, AYRES8, den BOBATHS33,34 oder VOJTA270,
um die für uns wichtigsten Personen der Kindertherapien zu nennen,
haben wir gelernt, wie eng der Zusammenhang zwischen Motorik und Sensorik
in der kindlichen Entwicklung ist. PRECHTL198 und andere konnten aufzeigen,
daß Muster der Motorik und Haltung zu einem großen Teil genetisch
vorgegeben sind. (Nur) Das ungestörte Zusammenspiel von Sensorik und
Motorik erlaubt dem Kind eine "normale" psychomotorische Entwicklung259,260.
Die Erkenntnisse der obengenannten Autoren basieren überwiegend auf
den Beobachtungen, die an entwicklungsgestörten Kindern gemacht wurden.
Hierbei handelt es sich meist um sichtbar behinderte Kinder, wo solche Zusammenhänge
natürlich auch am offensichtlichsten erscheinen und nachvollziehbar
wurden. Unsere Beobachtungen betreffen vergleichsweise gesunde Kinder mit einer
KISS-Symptomatik. Meine Ausführungen möchte ich anhand von zwei
Gruppen darlegen. Einerseits den Säuglingen mit KISS im Sinne von intrauterin
oder unter der Geburt erworbenen Schiefhaltungen. Andrerseits Schul- oder
Vorschulkindern, die eine entsprechende Symptomatik aufweisen, aber im Säuglingsalter
nicht behandelt wurden. Säuglinge: KISS-Säuglinge machen rein zeitlich
eine normale psychomotorische Entwicklung durch, häufig gehören
sie eher zu den Schnelleren. Von Anfang an ist zu beobachten, daß die obere
Extremität der Hinterhauptsseite in der Entwicklung immer etwas zurückliegt
(Greifen, Lagereaktionen nach Vojta). Beim Kriechen(Krabbeln) ist die Schrittlänge
kürzer. Mit der Zeit, vor allem bei Physiotherapie/ Krankengymnastik, kompensiert
das Kind diese Unterschiede so, daß sie nur noch mit genauester Untersuchung
erfaßbar sind. Wird nun ein Kind mit einer solchen Situation manipuliert,
beobachtet man fast immer einen Entwicklungsschub, der nicht allein mit
der gewonnenen freieren Kopf- und/oder Beckenbeweglichkeit zu erklären
ist. Diese Wirkung ist bei älteren Säuglingen beziehungsweise
Kindern über 1-jährig deutlicher. Was passiert? Basierend auf den Erkenntnissen
aus dem Bereich der zerebralen Bewegungsstörungen ist zu postulieren,
daß eine Asymmetrie in der frühen Kindheit die ungehinderte Entwicklung
stört. Neben der eingeschränkten visuellen Präsenz der Hinterhaupts-Hand,
bewirkt durch die Schonhaltung des Kopfes, kommt es auch zu Defiziten anderer
Wahrnehmungsbereiche. Wir wissen, daß in der kraniozervikalen Region
zahlrei zum
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