Manuelle 
Therapie:  Zusammenarbeit zwischen 
PhysiotherapeutIn und Arzt B. Schulte- Wien, Dülmen Als Physiotherapeutin 
für Manuelle Therapie und Osteopathin habe ich zwei Grundsätze: 1.) 
Arzt und Krankengymnast - Partner in der Therapie 2.) Schuster bleib bei deinem 
Leisten. Mein Leisten ist die Bewegung bzw. die Wiederherstellung von Bewegung.  
Als Krankengym- nastin wurde mir zunächst beigebracht, große Gelenke 
passiv durchzubewegen, Muskelfunk- tionsprüfungen und Muskeldehnungen durchzuführen. 
Während meiner manualtherapeuti- schen Ausbildung lernte ich dann mehr über 
die Biomechanik der Extremitäten und Wirbel- gelenke sowie deren spezifische 
Mobilisation und Manipulation. Ganz neu für mich waren die Safety- Tests 
der Halswirbelsäule und die liebenswürdige aber  eindringliche 
Warnung  Dr. Gutmanns: „Keine Manipulation der oberen Kopfgelenke durch  
Krankengymnasten, weil sie in der Regel keine geeigneten Röntgenbilder zur 
Verfügung ha- ben“. Durch  ihn lernte  ich, daß es sehr spezifische 
Röntgenmöglichkeiten für den atlanto-  occipitalen Übergang 
gibt. Meinem Osteopathiestudium habe ich es zu verdanken, daß mir klar wurde 
und ich gelernt  habe, daß man auch viszerale Gelenke, d.h. die serösen, 
ligamentären und fascialen Kon- takte der inneren Organe mobilisieren kann. 
Ebenso erlernte ich die cranio-sakrale Therapie,  also die Mobilisierungsmöglichkeiten 
und Techniken der Schädelsuturen und Meningen cra- nial und sakral. Bis dahin 
wußte ich übrigens nicht, daß der Schädel aus 27 verschiedenen  
Knochen besteht. Meine beiden Kinder haben es- unabhängig voneinander - aber 
in der  Grundschule gelernt. Meine Arbeit besteht also in der Wiederherstellung 
eingeschränkter  Beweglichkeit im parietalen, viszeralen und cranio-sakralen 
System. Der erhobene Zeigefinger meiner osteopathischen Lehrer erinnert mich an 
Safety Tests der  HWS und keine Manipulation der Kopfgelenke ohne Röntgenaufnahme! 
Ich nur sehr selten  Patienten gehabt, der eine brauchbare Röntgendokumentation 
mit in meine KG-Praxis ge- bracht haben, aufgrund deren Auswertung  man den 
OAA-Übergang (occipito-atlanto-axialen  Übergang ) guten Gewissens 
hätte manipulieren können. Dafür ist aber alleine im vergange- 
nen Jahr bei vier meiner Patienten, die  auswärts anbehandelt waren 
und die ich zur radiolo- gischen Abklärung schickte, ein wichtiger, vorher 
übersehener Befund beim Röntgen der  Halswirbelsäule herausgekommen, 
wie z.B. Blockwirbel oder Instabilität der oberen HWS. Ich muß hinzufügen, 
daß ich pro Tag maximal 8 Patienten behandle, da eine osteopathische  
Behandlung 45- 60 min dauert. Was die Häufigkeit der Kontraindikation der 
HWS - Manipu- lation im Verhältnis zur Anzahl meiner Patienten ausmacht, 
möge sich also jeder selber aus- rechnen. Aus diesem Grund werde ich mich 
nicht vergreifen und einem Patienten ohne wei- teres den Kopfgelenkbereich  
manipulieren. Ausdrücklich setze ich hier auf die Partnerschaft  von 
manualmedizinisch arbeitendem Arzt und Krankengymnastin. Es wird mir nicht zum 
Be- rufskomplex, daß ich diesen Bereich nicht manipuliere, von den weichen 
osteopathischen  cranial- base- release Techniken einmal abgesehen. Viel 
wichtiger für mich als Physiotherapeutin ist es, durch meine Palpationsuntersuchungen  
in dieser Region, in denen ich in der Regel besser geschult bin als Ärzte, 
die kleinen Patien- ten bei dem Verdacht einer derartigen Störung weiterzuleiten 
an den entsprechenden Arzt.  Das beinhaltet auch, daß ich die Eltern 
eines betroffenen Kindes für diese Maßnahme sensi- bilisiere, denn 
ich habe es auch schon erlebt, daß in Unkenntnis dieser komplexen Zusam- 
menhänge, die nächstgelegene Röntgendiagnostik angesteuert wurde. 
Das Ergebnis war  dann, daß in aller Regel  keine gezielte Aufnahme 
nach Gutmann angefertigt wurde und  letztendlich die ganze Prozedur wiederholt 
werden mußte. Was bleibt für mich als Physiotherapeutin aber noch zu 
tun, außer der Aufklärung der Eltern  und der Palpationsuntersuchung? 
Gerne bezeichne ich mich als die Feinmechanikerin des Körpers und vergleiche 
ich den Kör- per, wie viele Osteopathen, mit einem Uhrwerk, das aus einzelnen 
Elementen und Rädchen  besteht, die ineinandergreifen und sich gegenseitig 
beeinflussen. Funktioniert auch nur ein  Teil nicht korrekt, arbeitet das 
gesamte Uhrwerk nicht mehr richtig. Genauso verhält es sich  mit unserem 
Körper und deshalb ist es so wichtig, um möglichst optimale Gesundheit 
zu  erlangen oder zu erhalten, daß sich die Systeme parietal, viszeral 
und cranio-sakral im rich- tigen Verhältnis zueinander bewegen. (Kasuistiken) 
Dank der gezielten Kooperation von Arzt und Krankengymnast/in kann sich nun manches  
Kind in Ruhe und seinem Rhythmus entsprechend weiterentwickeln. 2 2 3 3

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