Manualmedizin |
Kopfgelenkblockierung
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Bei diesem vierjährigen Jungen waren Haltungs- und
Verhaltensauffälligkeiten der Vorstellungsgrund. Die Vorgeschichte wies
auf eine KISS-typische Anamnese hin, incl. Schreiphase, fixierter Fehlhaltung
nach Geburt und motorischen Entwicklungsauffälligkeiten. Die vor der Therapie
durchgeführten Röntgenbilder zeigten auf der seitlichen Aufnahme (Roe_GJ_1.jpg)
eine atlanto-dentale Distanz von 8mm, also einen zumindest grenzwertig pathologischen
Befund. Weder Anamnese noch Untersuchung wiesen auf eine akute Infektion (Grisel-Syndrom!)
der Rachenwege oder ein rheumatisches Geschehen hin. Die kurz vorher beim Kinderarzt
druchgeführte Laboruntersuchung hatte angeblich auch keinerlei Hinweise erbracht.
Wir besprachen den Befund mit den Eltern und führten eine vorsichtige Behandlung
durch (Naegeli'scher Kopfhaltegriff und saggittale sanfte Manipualtion des Atlas
über die Querfortsätze).
| | Telefonische
Nachfrage nach einigen Tagen erbrachte keinen Hinweis auf negative Reaktion, wohl
aber eine Besserung des Schlafverhaltens und nach Auskunft der Mutter "ist
J. viel fröhlicher und zufriedener". Klinische Kontrolle acht Wochen
später: Unauffälliger Lokalbefund, freie HWS-Beweglichkeit. Die ursprüngliche
Instabilität bei Stand und Bewegung ist nicht mehr nachweisbar. Die Kontrollaufnahme
der HWS (roe_GJ_2.jpg) zeigt jetzt einen normalen Abstand Dens-Atlas von 2mm.
Die ursprünglich in Fehlstellung fixierte dorsale Partie des Atlas steht
jetzt mittig im Raum zwischen Occiput und Axis. Ein noch längeres Belassen
der jetzt erfolgreich behandelten Kopfgelenkblockierung hätte mit großer
Wahrscheinlichkeit eine morphologische Fixierung der - noch - funktionell therapierbaren
Situation zur Folge gehabt. | |