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Manualmedizin
Kiss-Syndrom Erfahrensbericht

Schulkinder und Ihre Probleme

Nicht alle Eltern sind glücklich mit den angeblich so 'einfachen' medikamentösen Behandlungsvorschlägen, die sie bei ihren Schulkindern angeraten bekommen. Angeraten im Übrigen nicht selten von der Schule, wobei dies dann nicht selten mit dem Hinweis gekoppelt ist, dass sonst ein Verbleib gefährdet wäre. Derartige Erzählungen der Familien sind unsere tägliche Erfahrung in der Praxis.
Keiner macht es sich leicht mit dem Vorschlag, Kindern über lange Zeit schwere Psychopharmaka zu verabreichen, damit sie unseren Ansprüchen an Leistung und Disziplin genügen. Aber der Griff zur Pille ist in unserem Denken so leicht gemacht, dass andere Ansätze es nicht einfach haben.
Gerade die Tatsache, dass eine schiefe und verspannte Haltung - so man sie überhaupt erkennt - auch über das körperliche hinaus wirksam ist bleibt für viele überraschend.
Der Bericht der Mutter, den wir hier abdrucken, ist nicht repräsentativ für alle. Es klappt nicht immer, es klappt nicht immer so gut. Aber wenn es klappt hat man einem jungen Menschen eine Türe aufmachen können, die einen Fortschritt ohne Dauermedikamente ermöglicht.

Bericht hier


Wir haben zwei Söhne, einen 8-jährigen und einen Säugling. Beide hatten ein KiSS, der erste wurde mit 7 Jahren definitiv behandelt, der zweite mit 8 Monaten.

Unser zweiter Sohn wurde per Kaiserschnitt geboren, weil sein Kopf einfach zu groß für mein Becken war. Da er einen anderen Geburtsweg hatte, als der erste, der sich 22 Stunden durch den natürlichen Geburtskanal quälen mußte, war ich recht zuversichtlich, daß der zweite bestimmt kein KiSS hätte. Tatsächlich war er die ersten 3 Monate auch unauffällig. Dann bemerkten wir, daß er überhaupt nicht auf dem Bauch liegen mochte, bei der U4 machte er aber eine altersentsprechende Bauchlage und fiel somit nicht auf. In den nächsten Wochen nahm er aber doch sehr deutlich eine Lieblingshaltung ein; er lag gerne mit gestreckten Beinen auf dem Rücken und strampelte dann. Er drehte allenfalls den Kopf nach rechts bei Motivation. Mit den Händen ergriff er verlorengegangenes Spielzeug neben seinem Körper oder Kopf meist ohne hinzusehen und ohne sich hinzudrehen.

Aber eigentlich konnte man ihn nicht für längere Zeit (mehr als 10 Minuten) hinlegen, weil er dann anfing zu weinen. Er wurde gerne herumgetragen, war in der aufrechten Position zufrieden. Also trugen wir ihn auch bei allen möglichen Tätigkeiten mit dem Tragetuch oder einem Tragesack herum, weil er dann zufrieden war. Da dies beim ersten Sohn auch schon so gewesen war, nahmen wir an, daß das wohl normal ist und wunderten uns über andere Kinder, die laut Schilderung ihrer Eltern ihre Kinder in den Laufstall oder auf die Krabbeldecke legen konnten.
Beim ersten Sohn hatten wir den Laufstall sogar verkauft, weil er immer nur schrie, wenn man ihn dort hineinlegte. In meiner Verzweiflung darüber, das Kind nicht auch mal etwas länger ablegen zu können, wie das andere Mütter doch auch tun, habe ich unsere Söhne dann mit 7 Monaten, als sie frei sitzen konnten, doch auch immer mal wieder hingesetzt, da sie das tolerierten und dann im Sitzen ruhig spielten und ganz einfadch zufrieden waren. Sie tolerierten eine aufrechte Körperhaltung deutlich besser. Natürlich hatte ich ein ganz schlechtes Gewissen dabei, weil man die Kinder ja nicht hinsetzen soll, wenn sie sich von selbst noch nicht in diese Position bringen können. Aber meine körperlichen Grenzen bezüglich des Herumtragens waren einfach auch erreicht. (Von den nervlichen ganz zu schweigen, wenn es ständig so ist, daß das Baby weint, wenn man es nicht auf dem Arm trägt. )

Unser zweiter Sohn entwickelte sich ab dem 3. Monat fast genau wie der erste. Er drehte sich sehr selten, und wenn, dann sehr steif. Er schlief nur auf dem Rücken und wandte den Kopf überwiegend nach rechts.
Auf dem Wickeltisch lag er immer ein bißchen schief (Oberkörper nach links gebogen, Kopf nach links geneigt und Gesicht nach rechts gewandt), was aber auf den ersten Blick nicht unbedingt auffiel. Da ich vom Fach bin, bekam ich auf meine Bitte bei einer Impfung im 5. Monat ein Rezept für Krankengymnastik, auch auf meine Angabe hin, daß das Kind noch nicht über Kreuz greife. Wir fanden eine Krankengymnastin, die ihn osteopathisch behandelte. Das hatte vor allem anfangs auch ganz gute, aber kleine Erfolge, so daß er bei der U5 wiederum nicht besonders auffiel. Es traten aber auch immer wieder Rückschritte auftraten. Daher vereinbarten wir dann doch einen Termin bei Dr. Biedermann.

Zum Zeitpunkt der manualtherapeutischen Vorstellung war unser zweiter Sohn 8 Monate alt. Er konnte in Rückenlage seine Füße ergreifen und die Zehen in den Mund stecken, ohne dabei umzukippen, was somit ein eher altersentsprechender Befund war (8 Monate). Er drehte sich aber weiterhin kaum zur Seite und wenn, dann nur zur rechten. Eine Drehung vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt war ihm erst ein paar Mal gelungen und dann auch nur über rechts. Auch war die Drehung immer noch sehr steif („enbloc“).

Die Bauchlage war mit 8 Monaten sehr auffällig: er war sehr unsicher und instabil auf dem Bauch und streckte seine Arme immer wieder nach hinten. Alles, wozu er fähig war, war ein beidseitiger Unterarmstütz für wenige, meist nur 1 - 2 Minuten. Der Arm konnte nur ganz kurz aus dem Stützdreieck gebracht werden, um ein ihm direkt vorgehaltenes Spielzeug zu ergreifen. Der untere Schwerpunkt des Stützdreiecks lag größtenteils noch oberhalb des Beckens. Somit entsprach die Bauchlage einem ca. 3 Monate altem Säugling, wobei sie streng genommen nicht einem Alter zugeordnet werden kann, da sie ja pathologisch war.
Verständlicherweise tolerierte unser Zweiter (wie damals auch unser erster) die Bauchlage kaum.

Beim Tragen auf dem Arm (seitlich auf meiner Hüfte, seine Beine um meinen Oberkörper herum) hatte unser zweiter sich genau wie der erste immer recht steif gemacht und seinen Körper von mir weggedrückt. Das hatte das Tragen wirklich noch erschwert.

Beim Stillen hatte unser Sohn sich immer ein wenig mit seinem Kopf von der Brust weggedrückt und alle meine Versuche, ihn näher zu bringen, waren frustran gewesen. Das hatte natürlich einen unangenehmen Zug auf die Brustwarze verursacht. Aber wenn man es nicht anders kennt, nimmt man auch das hin. Zumal der erste auch so einen Trinkstil hatte !

Anziehen: Pullover oder Bodies über den Kopf ziehen war wirklich schweißtreibend, so sehr hat unser Sohn dabei geweint. Aber ich dachte, vielleicht ist das ja nur einfach nicht „sein Ding“ oder ich/wir mache(n) etwas falsch dabei.

Die ersten 6 Wochen nach der Behandlung:

Direkt nach der Manipulation bemerke ich beim Heraustragen aus dem Behandlungsraum, daß er ganz anders zu tragen ist. Er ist vom Rücken her nicht mehr so überstreckt und drückt sich jetzt nicht mehr von mir weg. Ich bin erstaunt. Er fühlt sich so locker an.

Noch in der Praxis muß ich ihn stillen und bin ein zweites Mal erstaunt.
Dieses Kind liegt locker in meinem Arm, sein Kopf geht nicht wieder in Streckstellung - und das Stillen ist für mich nicht mehr unangenehm.

Schon am Abend nach der Behandlung drehte er sich beim Wickeln spontan nach rechts, ein paar Tage später auch nach links! Zunehmend ging er dabei in eine Drehung des Oberkörpers um die Längsachse und dadurch war die Drehung nicht mehr so steif. Auch drehte er sich zunehmend häufiger auf den Bauch.

In der Bauchlage bringt er seit der Behandlung die Arme wesentlich häufiger nach vorne, die Bauchlage ist seither zunehmend stabiler, die Hände werden vermehrt zum Stützen gebraucht, so daß er zu Beginn der Krankengymnastik 5 Wochen nach der Manipulation in der Lage ist, einen kurzfristigen Hand-Stütz auszuführen. Die Bauchlage wird zunehmend besser toleriert, jetzt im Alter von 91/2 Monaten (6 Wochen nach der Behandlung!) kann er sich sogar schon auf dem Bauch um die eigene Achse drehen. Er hat schon 45 Minuten auf dem Bauch verbracht, ohne zu weinen! Auch kann er jetzt seinen Kopf weiter nach hinten beugen, sodaß er hoch gucken kann. Dies ist auch bestimmt etwas, was zu seiner neugewonnenen Zufriedenheit auf dem Bauch beiträgt.

Am Tag nach der Behandlung konnte ich unseren Sohn in den Laufstall legen ( in meiner Nähe) und ein ganzes Mittagessen zubereiten, ohne daß er meckerte! Er spielte vergnügt mit Spielzeug, lachte mich an, drehte sich auch schon mal zur Seite, hielt sich an den Gitterstäben fest.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet!

Seit der Behandlung haben wir ein ziemlich verändertes Kind. Es ist viel zufriedener geworden und kann sich jetzt auf dem Bauch liegend oder mittlerweile rutschend oder auf dem Rücken liegend über einen längeren Zeitraum beschäftigen.

Auch das Einschlafen geht jetzt schneller als vorher, etwas, das ich zuvor nicht erwähnenswert fand, da auch der erste immer (auch noch heute) lämner zum Einschlafen brauchte.

Beim Anziehen gibt es zwar immer noch Gemecker, aber das ist deutlich weniger als zuvor.

Um ihm in seiner Entwicklung weiter gut zu unterstützen, begannen wir dann 5 wochen nach Manualtherapie mit Krankengymnastik nach Bobath, was auch noch einmal weitere Entwicklungsschübe gebracht hat. Schließlich ist er ja schon 8 Monate mit KiSS auf der Welt gewesen und so manches muß jetzt anders gebahnt werden.

Ich wünschte nur, ich hätte vor 8 Jahren beim ersten Sohn mit fast identischer Problematik auch schon etwas vom KiSS gewußt. Unser großer ist erstmals mit 5 Jahren manipuliert worden (von jemand anderem), leider nur mit passagerem Erfolg. Er hat eine ausgeprägte sensomotorische Entwicklungsstörung entwickelt, wurde ergotherapeutisch behandelt. Im Alter von 7 Jahren wurde er von Dr. Biedermann behandelt mit erstaunlichen Folgen. Er selbst sagte am nächsten Tag: „Mama, ich kann jetzt eine gerade Linie malen!“ In der Ergotherapie 2 Tage später nahm er einen Kletterparcours, daß die Ergotherapeutin nur so staunte, weil er vorher aufgrund einer ausgeprägten Schwierigkeit mit dem Gleichgewichtssinn vor Höhe und Klettern sehr viel Angst hatte.
Für unseren ersten Sohn tut es mir wirklich leid, daß er erst so spät behandelt wurde. Trotz Ergotherapie mit gutem Erfolg tut er sich auch heute noch schwer mit dem Rad oder Inliner fahren, auch schwimmen lernen war für ihn sehr viel schwieriger als für andere Kinder. Auch sind alle täglichen Dinge des Lebens, die normale motorische Fähigkeiten erfordern, für ihn sehr schwer gewesen. Er selber bemerkt natürlich, daß er vieles nicht so kann wie Andere. Im Alter von 5 Jahren hat er dann aufgehört zu malen und zu basteln, da die 3- und 4jährigen dies besser konnten als er. Er hat dann andere Kinder im Kindergarten beauftragt, für ihn zu basteln!

Auch heute noch leidet er häufig darunter, dass er nicht so gut ist wie Andere. Er vermeidet auch immer mal wieder Dinge zu tun, von denen er weiß, daß er sie nicht so gut kann. Wir als Eltern müssen dann sehr oft mit ihm erstmal alleine üben, bevor er sich dann unter andere Kinder traut (weil er nicht ausgelacht werden will). Oft er ist einfach wütend, weil andere Kinder etwas besser können oder weil er von anderen gehänselt wird. Wenn ich ihm jetzt erkläre, daß er ja eine „Blockade da oben“ hatte, kann er einfacher damit umgehen, als vorher, wo ich ihm immer nur versichern konnte, daß jeder Mensch und jedes Kind einige Dinge besser kann und andere nicht. Es ist bei ihm bloß so, daß im motorischen Bereich (Körper-, Hand-, Schreibmotorik) fast alle Kinder in allen Bereichen besser sind. Daher war es vorher schwer, ihn wieder aufzumuntern. Nur reden konnte er immer besser als die meisten Anderen, wahrscheinlich als eine Art Kompensation.
Gut finde ich, daß er jetzt auch schon mal sagt, wenn ihn ein anderes Kind hänselt, weil er zum Beispiel nicht so gut malen kann, daß er „da oben so eine Blockade hatte“. Das zeigt zumindest, dass er Verständnis für sich hat.
So ein Leben als Kind mit einer Entwicklungsstörung ist wirklich nicht leicht, da es in vielen Dingen so viel schlechter ist. Auch für die Eltern ist es eine Herausforderung, weil sie immer wieder aufmuntern, beistehen, begleiten und eine Menge Geduld haben müssen. Alles Eigenschaften, die andere Eltern auch haben sollten, aber bei einem Kind mit Entwicklungsstörung ganz besonders. Schließlich hat es keine offensichtliche Behinderung und viele reagieren verständnislos angesichts dieses „ungeschickten Kindes“.

Nun bin ich gespannt auf die Entwicklung unseres zweiten Sohnes , der nicht erst mit 7 Jahren, sondern schon mit 8 Monaten behandelt wurde.


Sehr geehrter Herr Dr. Biedermann,

wir möchten uns auf diesem Wege bei Ihnen bedanken und den Eltern, die einen ähnlichen Leidensweg hinter sich haben, Mut machen, den Weg in Ihre Praxis zu suchen.

Unser Sohn (heute 8 Jahre alt) galt von Geburt an entwicklungsverzögert, war langsam und schläfrig, bekam visuelle, auditiven und Gleichgewichts-Störungen attestiert und war mit 6 Jahren in unseren Augen alles andere als schulreif. Die Amtsärztin war leider anderer Meinung und die Vorschule in NRW, die uns ein Jahr Zeit geschenkt hätte, war abgeschafft worden. Als Kindergartenkind hatte er nie Erlebnisse, Lieder, Texte oder Reime wiedergeben können, konnte nicht malen oder Formen nachzeichnen, hasste Puzzle und war generell wenig phantasievoll. Er lebte wie unter einer "Käseglocke" und war sehr unselbstständig und zu 100% fremdbestimmt.

Mitte des 2. Schuljahres haben wir ihn in die erste Klasse zurück versetzen lassen, da ihm das Lesen- und Schreibenlernen extreme Schwierigkeiten bereitete. Mit verschiedenen Behandlungen (homöopathisch, osteopathisch, kinesiologisch (brain-gym) sowie ergotherapeutisch) sammelten wir zwar jahrelang Mosaiksteinchen für seinen Entwicklungserfolg, aber erst die Behandlung bei Ihnen brachte den Durchbruch.

Jetzt, 4 Monate nach der Richtung der HWS haben wir einen singenden, hüpfenden und lebhaften Jungen, der seine Umwelt aktiv erlebt, ohne Punkt und Komma erzählt, der Details entdeckt sowie selbstständig und aufmüpfig wird, der allerdings immer noch ungern malt oder puzzelt. Jetzt ist die Zeit reif für Lesetherapie und Schreibtraining. Sie können nicht mit einem Handgriff all seine Probleme aus der Welt schaffen, aber Sie haben - zumindest bei unserem Sohn - einen Schalter auf "on" legen können und das Tor geöffnet, dass das Kind wach und aufnahmefähig wurde für die therapeutische Unterstützung und für eine alterskonforme Entwicklung.

Das ist mehr, als wir je zu hoffen gewagt haben auf der Suche nach den Mosaiksteinchen für ein wacheres und glückliches Leben für unser Kind und wir danken Ihnen herzlichst.

Fam. B. aus Moers


 

  
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