Manualmedizin |
Funktionelle Pathologie der Wirbelsäule und ihr Einfluss auf die sensomotorische
Entwicklung
(Vortrag auf dem
EWMM- Kongress Zürich, September 2007) H. Biedermann (Köln / Antwerpen) Eigentlich
ist der Titel redundant, denn jede Entwicklung basiert auf Sensomotorik (vgl.
[6]). Interessant ist dabei, dass das Wort ist, wie es ist, denn man spricht eben
von Senso- Motorik und nicht von Moto-Sensorik, und das aus gutem Grunde. Eine
über rein reflektorische Antworten auf Umweltreize hinausgehende Reaktion
setzt Sensorik und deren bewusste und bewertende Verarbeitung im ZNS voraus. Wenn
man eines der Arbeitstiere der Neurobiologie anschaut, die Nematode, kommt die
überraschende Tatsache zu Tage, dass solch ein Tierchen exakt 203 Neurone
hat. Diese Zahl ist invariant' heißt es kurz und schön in
den einschlägigen Lehrbüchern. Die Entwicklung der Nematode hin
zu einem Lebewesen mit diesen exakt in ihrer Aufgabenstellung definierbaren 203
Neuronen ist komplett genetisch determiniert und läuft im Sinne Michaelis'[12]
als reine Reifung ab, d.h. unbeeinflusst von Außenreizen. Dieses Aggregat
reagiert letztlich ebenso deterministisch, d.h. wenn wir genügend genau beobachten
und dokumentieren, können wir das Verhalten schlüssig vorhersagen. Als
kleiner Dämpfer für alle, die ein Verstehen des menschlichen Bewusstseins
in Reichweite wähnen sei angemerkt, dass selbst diese 203 Neurone uns bisher
vor eine unüberwindlich komplexe Aufgabe stellen
Dazu in einem
kleinen Gegensatz ist das menschliche ZNS. Hier liegen allein in der Kortex ca.
20.1011 Zellen vor, die jeweils ca. 1.000 Verbindungen mit ihren Nachbarzellen
eingehen. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass die mickrigen 24.000 Gene, die
wir insgesamt haben bei weitem nicht reichen, um dies deterministisch zu organisieren. Ein
weiteres Problem kommt hinzu: Bedingt durch verschiedene Faktoren, die man aber
zum einen auf den zweibeinigen Gang und seinen relativ schmalen Beckenausgang
und zum anderen auf den rasant gewachsenen Schädelumfang mit seiner Raumforderung
zurückführen kann, kommt es zu einer Kollision dieser beiden Messgrößen,
was dann dazu geführt hat, dass das menschliche Neugeborene als physiologische
Frühgeburt' zur Welt kommt. Völlig unreif in seiner Motorik und
mit dem relativ kleinen Hirngewicht von ca. 300-400g erblicken wir das Licht der
Welt. Schon im ersten Jahr nimmt das Hirngewicht auf die dreifache Masse zu und
wir erreichen am ersten Geburtstag über tausend Gramm. Die Kombination
aus der intensiven Vervielfachung der Neurone und ihrer Verbindungen außerhalb
der Schutzzone des Uterus macht diese Entwicklungsphase enorm vulnerabel und abhängig
von adäquaten Außenreizen, stellt aber auch die Möglichkeit zur
Verfügung, in diesem ersten Lebensjahr - und im Schutzraum der mütterlichen
Fürsorge - die so viel direkter einwirkenden Umweltreize für die adaptierte
Entwicklung des ZNS zu nutzen. Viele neuere Forschungsergebnisse sprechen dafür,
dass dem so ist, sowohl auf epigenetischem Niveau als auch in der geweblichen
Differenzierung des ZNS. Will man sich über die Hauptakteure der Hirnreifung
informieren tut man gut daran, die Neuro-Embryologen zu fragen. Sie sagen uns,
dass das erste Organ, das - noch völlig intrauterin bis zur Brauchbarkeit
ausdifferenziert - das Gehör ist[4]. Vestibularis und Trigeminus sind
die ersten Kernareale, die - eng mit einander verflochten - schon im Vorhirn angelegt
werden. Auch die Augen und die Orofacialregion sowie die Sensomotorik des
occipito-cervicalen Übergangs stehen bei Geburt funktionsfähig zur Verfügung,
während die periphere Motorik noch sehr unreif und weitgehend spinal organisiert
ist. Wenn das Neugeborene zum ersten Mal die Augen aufmacht und gezielt
in einem Gesicht Blickkontakt, sucht so ist diese Fähigkeit nicht irgendwie
erlernt, sondern fest verdrahtet[16]. Fehlt sie, fehlen dem Säugling wichtige
Referenzpunkte für seine sensorische Eroberung der Umwelt und auch für
die Kontaktaufnahme mit seiner Mutter, das Bonding, und damit für den Ausgangspunkt
seiner emotionalen Entwicklung. Dieses Minimum an Referenzialität ist
notwendig, um darauf aufbauend die unendliche Komplexität unserer Wahrnehmung
zu generieren. Auch die primäre Grammatik des Spracherwerbs im Sinne Minskis
und Chomsiks[2, 13] gehört zu diesen elementaren Eckpunkten unseres Nabels
im Kopf, von dem aus wir - ähnlich dem Bootstrap-Programm des Computers -
erst alles Andere begreifen lernen können. Dieser Nabel ist Basismuster
und -Fertigkeiten wie Gesichtserkennung und mimische Imitationsfähigkeit
sind fest verdrahtet, Augen- und Kopfkontrolle schon sehr früh bewusst steuerbar.
Doch dieses teilen wir mit anderen Primaten und Säugetieren. Wo liegt nun
das spezifisch menschliche unserer Entwicklung? "Die Im Vergleich zu
Menschenaffen fast schon groteske Überrepräsentation der Hände
und der Gesichtsmotorik auf der Motokortex zeigt, dass ein ganz neuer Primat,
ein Manipulations-Artikulationstier' entstanden ist
"Die einzigartige
motorische Intelligenz, gekennzeichnet durch die Fähigkeit, Handlungselemente
in prinzipiell unendlicher Variation zu beliebig langen, sich verzweigenden Ketten
zusammenzufügen, ist der Schlüssel zur Menschwerdung." schreibt
der Neuroanatom Neuweiler[15] und bezeichnet diese Essenz des Menschlichen als
motorische Intelligenz'. Folgt man dieser - überzeugenden - Argumentation,
basiert Intelligenz im sozialen und wissenschaftlichen Bereich letztlich auf dieser
spezifisch menschlichen Fähigkeit der seriellen und fein abgestimmten Bewegungsdurchführung
unter visueller Kontrolle als Basis unseres Erkennens' der Welt. Bei
Geburt liegt ein Grossteil des motorischen Programms auf spinaler Ebene als Reflexbewegung
vor. Der Übergang zur differenzierten kortikalen Steuerung setzt voraus,
dass keine unüberwindlichen Störungen dies blockieren. Wiewohl dieses
Programm sehr fehlertolerant angelegt ist - man denke nur an die vielen klinisch
stummen, aber mit Bild gebenden Verfahren nachweisbaren Geburtsverletzungen des
ZNS[21] - kommt es doch bei nicht- normalem Ablauf der Entwicklungsschritte zu
Schwächen, die sich später auswirken. Wir haben heute viele Gründe
zur Annahme, dass in der Periode ± 3 Monate um die Geburt wichtige Entwicklungs-
Varianten ausgewählt und im sinne epigenetischer Varianten der vorhandenen
Erbmasse lebenslang fixiert werden. Peripartale
Fixation epigenetischer Lebensvarianten Um die Wichtigkeit der Peripartalperiode
für die Ontogenese zu illustrieren sei hier ein kleiner Exkurs eingeschoben.
Epidemiologische Langzeit- Untersuchungen haben Einfluss- Faktoren für Mortalität
und Morbidität erkennen lassen, deren Relevanz noch nicht allgemein bekannt
ist. So tun sich Grenzen unseres medizinischen Handelns da auf, wo wir erkennen
müssen, dass ganz andere Faktoren für das Wohlbefinden und die Langlebigkeit
der Menschen bedeutsam sind. Ich möchte hier nur drei Beispiele anführen,
die dies illustrieren: Der niederländische Forscher Roseboom untersuchte,
was mit denjenigen geschehen war, die während des Hungerwinters 44/45 in
den Niederlanden geboren worden waren und stellte fest, dass die Rate der Herzerkrankungen
bei diesen Patienten wesentlich höher war, als bei denjenigen der Jahre davor
und danach[18]. In "Power of Clan" wies Wolf nach, dass eine funktionierende
Gemeinschaft ein enormes Plus an Lebensqualität und gesenkter Morbidität
zur Folge hat[24]. Er untersuchte ein Städtchen in den Appalachen, wo sich
- praktisch 1:1 - ein aus den Abruzzen ausgewandertes italienisches Dorf angesiedelt
hatte. Solange die industrielle Basis intakt war, blieben die Strukturen erhalten
und damit die oben beschriebene Schutzfunktion für den Einzelnen. Erst als
diese Erwerbsmöglichkeiten weg gebrochen waren,verschwand auch die Geborgenheit
des Gemeinschaftslebens. Last not least untersuchte der Engländer Marmot
in einer Jahrzehnte umfassenden Studie die englischen Staatsangestellten und konnte
nachweisen, dass Gesundheit, Langlebigkeit und subjektives Wohlbefinden wesentlich
mehr von der sozialen Stellung als von den klassischen' Risikofaktoren wie
Rauchen, Alkohol und Übergewicht abhängig waren[11]. Anhand dieser
Beispiele wird die Dialektik klar, in der wir uns hier befinden. Wir wissen
sehr gut, wie viel an sensomotorischer Entwicklung früh festgelegt wird und
wie sehr dabei eine gute Funktion des Kopf/Hals-Überganges von Wichtigkeit
ist. Einfluss der Kopfgelenke bei diesem
Prozess Häufig kommen wir aber erst viel später mit den Betreffenden
in Kontakt und können dann nur ganz realpolitisch versuchen, die vorhandene
suboptimale Situation bestmöglich zu beeinflussen. Es ist deshalb wichtig,
Bemerkungen wie die des Bremer Hirnforschers Roth im Spiegel dieser Woche, dass
wesentliche Entwicklungsschritte bis zum 3. Lebensjahr abgeschlossen sind, nicht
zum Anlass für Pessimismus zu nehmen (vgl. [19]). Auch in diesen Fällen
kann man - wenn auch viel Müh- und Zeit - positiv Einfluss nehmen. Doch
kehren wir zurück zu unserem Neugeborenen, das - wir haben das eben gelernt
- automatisch Gesichter erkennt, diese mit seinem Blick fixieren kann und deren
Mimik zu imitieren in der Lage ist. Was passiert also, wenn diese Grundfertigkeiten
durch Störungen der Propriozeption und Sensomotorik des O/C- Übergangs
erschwert sind oder gar gänzlich verhindert werden? " Die fixierte
Retroflexion erschwert Bonding " Die fixierte Lateroflexion erschwert
akustische und optische Fixierung " Die propriozeptive Kompetenz, die
hierarchisch organisiert ist, wird nicht optimal erlernt. Nicht die gesamte
WS ist gleich relevant für die Propriozeption. Die Kopfgelenke und der lumbosacrale
Übergang sind die Scharnierregionen, in denen Sensorik und Anatomie am komplexesten
sind, wobei aus entwicklungneurologischer Sicht die kaudale Übergangszone
beim Neugeborenen wenig Bedeutung hat[17]. Oft wird übrigens vergessen, dass
auch die Kiefergelenke zum occipito-cervicalen Übergang gehören[1].
Diese spielen aber bei Kleinkindern mangels Zähnen noch keine Rolle in der
funktionellen Pathologie. "Die Struktur determiniert die Funktion"
ist ein prinzipiell richtiger Satz, aber in der Frühphase vor allem der menschlichen
Entwicklung definiert die Funktion die Ausdifferenzierung der Strukturen im makroanatomischen
wie in der - heute mit Bild gebenden Verfahren noch nicht fassbaren - Morphologie
des ZNS. Der Phasenwechsel als manualmedizinisches
Modell Für die Wirksamkeitsanalyse funktioneller Pathologien brauchen
wir eine Vorstellung, wie solche - im Prinzip mechanischen - Störungen sich
auf ganz anderen Ebenen auswirken. Gerade sie sind für uns nosologisch
interessant. Ein Beispiel dafür: " Geburt als Sterngucker "
Fixierung dieser Haltung i.S.e. KiSS II " orofaciale Hypotonie "
Mundatmung " Rachenwegsinfekte + chron. Mittelohrergüsse "
Antibioticatherapie -> Dysbakterie -> Allergiediathese " Fehlentwicklung
der Mundmotorik mit Dentitionsproblemen " reaktive Hypotonie der oberen
BWS zur Kompensation (M.Scheuermann) " weitere Entwicklungsebene: -
Anschmiegen erschwert -> Bonding behindert Stillen (einseitig) Anhand
dieser kurzen Kette von Ursache und Wirkung - und es bedarf wohl kaum der Erwähnung,
dass bei jedem Schritt andere Faktoren von außen einwirken und die hier
suggerierte Linearität wieder sprengen - wird hoffentlich deutlich, wie eine
banale' Fehlhaltung in ganz unterschiedliche Funktionsbereiche und damit
auch in diverse ärztliche Zuständigkeiten ausstrahlen kann. Das ist
kein muss, keine deterministisch ablaufende und schon gar keine irreversible Entwicklung,
aber eben auch nicht die Ausnahme. Die ontogenetischen Konsequenzen reichen
bis weit über die Jugend hinaus und kooperieren hier nicht selten negativ
mit Funktionsproblemen aus dem Kau- Kieferbereich - auch einem Kopfgelenk[1]. Interaktion
zwischen kortikaler Organisation und un/adäquaten Umweltreizen Die
kortikale Organisation ist unskaliert, d.h. kleine regionale Netzwerke sind über
Fernverbindungen' mit weit entfernten Zentren verknüpft. Diese Struktur
wird nach dem use it or loose it' - Prinzip relativ früh in der Entwicklung
gebahnt. Wenn die Gebrauchsmuster einer Asymmetrie unterliegen, weil die Kopfgelenke
über schmerzhafte Verspannungen Schonhaltungen erzwingen dürfte das
hier Auswirkungen haben, die naturgemäß nur sehr schwierig experimentell
verifizierbar sein dürften. In der rapiden Wachstumsphase der letzten vorgeburtlichen
Wochen bis zum 15-18 Lebensmonat werden die Strukturen des ZNS in großen
Zügen angelegt, um dann - je nach Hirnregion unterschiedlich - auszureifen[7,
20] Um es noch einmal zu betonen: Menschliche Säuglinge sind - als
physiologische Frühgeburt' - in einer viel früheren Phase der
Hirnentwicklung den auf sie einwirkenden Umweltreizen ausgesetzt - im Guten und
Schlechten. Diese Ergebnisoffenheit bedeutet Anpassungspotential, aber auch
Störungsmöglichkeiten. Die Rolle der großen' Sinne wie Sehen
und Hören wird dabei allgemein akzeptiert. Dass auch das eher verborgene
Kopfgelenk- Organ' hier herausragend wichtig ist ergibt sich aus den hier
Gesagten. Welche Relevanz eine bestimmte Störung hat lässt sich
bis zu einem gewissen Ausmaß daran erkennen, wie sehr das Neugeborene auf
sie mit Protest reagiert. Dass hier den Rezeptorenfeldern der oberen HWS ein wichtiger
Part zukommt beweist schon deren Empfindlichkeit auf mechanische Irritation. Beliebigkeit
der Therapiekonzepte? Viele haben dies erkannt und es sind weiß
Gott nicht nur die Manualmediziner, deren Behandlungsmethoden an der oberen Halswirbelsäule
ansetzen. Von den Osteopathen über die cranio-sacralen Methoden bis zu Chiropraktoren
und letztlich auch vielen physiotherapeutischen Schulen arbeitet fast jede/r mit
der HWS. Gerade für die Funktionsstörungen der Halswirbelsäule
bei Kleinkindern werden inzwischen viele Ansätze angeboten. Sie reichen von
relativ unspezifischen Manövern über Techniken aus dem physiotherapeutischen
Bereich bis zu cranio-sacralen Therapien. Man denke nur an die intensive Stimulation/Irritation
der Kopfgelenke bei machen Vojta-Übungen
Dabei ist es nicht unbedingt
hilfreich, die hinter den Behandlungsansätzen aufgebauten Theorien zu durchleuchten.
Man denke nur an die Akupunktur; wie bei dieser kann man auch bei manualmedizinischen
Ansätzen davon ausgehen, dass man - wenn an einer entsprechend sensiblen
Struktur angesetzt wird - auch unter nicht ganz treffsicherem theoretischen Ansatz
zu einem passablen Ergebnis kommt[23]. Felix Mann, einer der Altmeister
der Akupunktur hat das in seinem Buch "Reinventing Acupuncture" schön
auf den Punkt gebracht[10]. Obwohl er die Existenz von Meridianen und fixen Einstichpunkten
verneint, bejaht er vehement die Wirksamkeit der Akupunktur - aber eben eher abhängig
vom individuellen Therapeuten und der Nutzung gewisser sensibler Groß- Regionen
als von der hyper-exakten Kenntnis hunderter Punkte. Diverse randomisierte Studie
zu Akupunktur kommen übrigens zum gleichen Ergebnis[22]. Für uns
Manualmediziner heißt das, dass es sehr auf die eigene Haptik, das Umfeld,
in dem wir therapieren und die nonverbale Kommunikation zwischen Behandler und
Patient bzw. dessen Familie ankommt[3, 9]. Das ist Handwerk, das ist nicht im
Hörsaal oder aus Büchern erlernbar und letztendlich ist das Bessere
der Feind des Guten. Mein Ideal einer minimialistische Manual Medizin -
3M - setzt präzise Voruntersuchung (samt Röntgen), exaktes handwerkliches
Können (und jahrelange Übung) sowie ein ruhiges Umfeld voraus (vorher
und nachher in Ruhe lassen), um optimal zu wirken. An der wichtigsten Stelle
mit sparsamsten Mitteln therapeutisch eingreifen und dann dem Organismus die Möglichkeit
geben, in einer neuen Homoeostase Fuß zu fassen (Salutogenese'[14])
- das sollte unser Ansatz sein. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist die
Kantensteilheit des Signals, das eine sach- und fachgerechte Manualtherapie der
Kopfgelenke aussendet, sehr vorteilhaft. Der für Kind und Eltern wahrnehmbar
schnelle Umschwung kann vom Aggregat Eltern&Kind besser umgesetzt werden als
eine eventuell gleich wirksame Therapie, die aber über Wochen eingehalten
werden muss[8]. Qualität <->
Quantität Interessanter Weise sind es oft nicht die großen'
Störungen, die die meist auffallenden klinischen Bilder produzieren. Man
findet nicht selten z.B. einen ausgeprägten Klippl-Feil- Befund und kaum
klinisch Relevantes. Blockwirbel oder andere auffällige morphologische Störungen
können völlig irrelevant bleiben, während eine kleine' schmerzhafte
Blockierung der Kopfgelenke zu die Familien zermürbenden schlaflosen Wochen
führen kann[5]. Genauso schnell und durchgreifend kann dann deren Behebung
entsprechend wirken. Zusammenfassung "
Die Kopfgelenke sind exorbitant wichtig für unsere sensomotorische Entwicklung. "
Diese Region ist - bis auf die Geburt - maximal vor direkter Einwirkung von außen
geschützt " Therapeutisches Einwirken an dieser Stelle sollte extrem
präzise, sparsam und zurückhaltend erfolgen. " Die Dosis macht
das Medikament. Das Hippokratische Ars longa - vita brevis kann man auch
so interpretieren: So viele offene Fragen, so viele interessante Beobachtungen
- und so ein kleines und kurzes Leben, um all diesen Herausforderungen nachzugehen
- und - last not least- auf der Basis dieser unserer lückenhaften Informationen
und in Kenntnis der Begrenztheit unserer Einwirkungsmöglichkeiten doch noch
bestmöglich in therapeutische Konzepte umzusetzen
Vielen Dank
für Ihre Aufmerksamkeit! Literatur 1.
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